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Mehr Stoff macht keinen besseren Lehrgang

Autorenbild: oliver.rieder
oliver.rieder
28. Aug.
1 Min. Lesezeit

Lehrgänge haben selten ein Inhaltsdefizit. Häufig haben sie ein Priorisierungsproblem.


In meiner Arbeit als Geschäftsführer, Lehrgangsleiter und Dozent habe ich immer wieder erlebt, wie Weiterbildungen über Jahre wachsen – selten aber konsequent entschlackt werden.


  • Neue Prüfungsanforderung? Inhalt dazu.

  • Neue Technologie? Inhalt dazu.

  • Neue Dozierende? Inhalt dazu.


Irgendwann besteht die Herausforderung nicht mehr darin, noch etwas zu ergänzen. Sondern zu entscheiden, was wirklich relevant bleibt.


Gute Lehrgänge entstehen nicht durch Addition, sondern durch Priorisierung


Überfüllte Lehrgänge sind nicht nur ein didaktisches Problem. Sie erhöhen Komplexität, binden Lern- und Betreuungszeit und erschweren eine klare Positionierung des Angebots.


Denn jede zusätzliche Stunde konkurriert mit etwas anderem: mit Anwendung, Vertiefung, Feedback oder Transfer in die Praxis.


Deshalb würde ich jedem bestehenden Lehrgang drei einfache Fragen stellen:


1. Welche Kompetenz rechtfertigt diesen Inhalt?

Wenn kein klarer Bezug zu einer relevanten Kompetenz besteht, sollte der Inhalt hinterfragt werden.


2. Müssen Teilnehmende das wissen – oder müssen sie damit etwas tun können?

Diese Unterscheidung verändert oft nicht nur den Inhalt, sondern die gesamte Lernaktivität.


3. Was würde passieren, wenn wir diesen Inhalt entfernen?

Wenn die ehrliche Antwort lautet «wahrscheinlich wenig», ist das ein starkes Signal.


Reduktion bedeutet dabei nicht automatisch weniger Lernzeit. Gewonnener Raum kann gezielt dort eingesetzt werden, wo Lernen Wirkung entfaltet: bei Anwendung, Feedback, Vertiefung und Transfer.


Reduce to what matters.

Nicht weniger Weiterbildung. Sondern weniger Unnötiges – und mehr Raum für wirksames Lernen.



 
 
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